TIGER-ME

Gras beim Wachsen zusehen

January 11, 2010 on 12:35 pm | 15miniz | say something

Wie hält man eigentlich einen Elfmeter? 2005 kommt der israelische Sportwissenschaftler Michael Bar-Eli zu einer interessanten Antwort: Die größte Chance hat ein Torwart, wenn er in der Mitte des Tores stehen bleibt, denn mehr als die Hälfte der Spieler schießen geradeaus. Die Torhüter wissen das auch, hechten aber trotzdem in den meisten Fällen in die Ecken - weil sie beobachtet werden. Wenn sie stehen bleiben und der Ball in eine Ecke geht, sehen sie dumm aus, doch wenn sie zur Seite springen und der Ball in der Mitte landet, hinterlassen sie zumindest den Eindruck, sich bemüht zu haben.

Anfang dieses Jahres wird in einem kleinen Artikel der französischen Bank Société Générale die Arbeit des Torwarts mit der Arbeit eines Fondsmanagers verglichen. Die Schlussfolgerung ist eindeutig. Auch Fondsmanager könnten oft bessere Ergebnisse erzielen, legten sie selektiv und langfristig an. Allerdings hätten sie dabei die meiste Zeit wenig zu tun, getreu dem Rat des Wirtschaftsnobelpreisträgers Paul Anthony Samuelson: “Investieren sollte langweilig sein, nicht aufregend. Als würde man Farbe beim Trocknen zusehen oder Gras beim Wachsen.”

Gelegenheiten

November 28, 2009 on 3:03 pm | 15miniz | say something

Es geht immer darum, die Gelegenheiten zu erkennen. Und die sind selten dort, wo du gerade bist.

Chef Ostrom

October 12, 2009 on 9:23 pm | 15miniz | say something

In der Wissenschaft sind die Güter, bei denen eine Rivalität zwischen den Nutzern besteht, aber niemand von der Nutzung wirklich ausgeschlossen werden kann, als Allmende-Güter bekannt. Das Problem daran lässt sich am Phänomen der Überfischung leicht skizzieren: Zwar ist jedem Fischer, der halbwegs bei Sinnen ist, bewusst, dass er durch Überfischung seinen Job riskiert. Trotzdem handelt er rational, wenn er mit möglichst vielen Booten aufs Meer fährt. Denn was er nicht im Netz hat, holt sich die Konkurrenz.

Mit anderen Worten: Es ist für jeden Einzelnen rational, wenn er aus Sicht der Gemeinschaft irrational handelt. Zumindest dann, wenn es kein klares Regelwerk gibt. Das gilt nicht nur bei der Fischerei, auf Kuhweiden in den Bergen und beim Wasserverbrauch.

Ein Beispiel, wie sich das Dilemma der Überfischung lösen lässt, gibt es in der Türkei: In Antalya haben Fischer eine Art Kooperative gegründet, in der jeder einen bestimmten Meeresabschnitt zugeteilt bekommt. Weil die Bereiche unterschiedlich attraktiv sind, rotieren die jeweiligen Seegebiete zwischen den Betroffenen. So bekommt jeder eine faire Chance - und gleichzeitig werden alle Fischer von ihren Konkurrenten überwacht.

Damit hat die Wissenschaftlerin nachgewiesen, dass weder der Staat noch der Markt - wie es viele ihrer Kollegen behaupten - in der Regel zu den besten Ergebnissen führt.

(es ist das Machen um der Sache willen - I like it, like it…)